Mittwoch, 1. Februar 2012

iChe Boludo!

Die Frage, weshalb ich erst jetzt einen Blogeintrag schreibe oder weshalb ich damit überhaupt anfange, habe ich mich auch schon gefragt. Mir ist gerade einfach danach! Es ist 1:36 Uhr und morgen früh um 8 beginnt ein neuer Arbeitstag. Dennoch wollt ich es mir nicht nehmen lassen bis eben einige Folgen "How I met your mother" zu schauen und den Tag ausklingen zu lassen.

Meine liebe Pamela und ich haben uns auf den Weg nach Capital gemacht um uns das Malba, ein wunderschönes Museum, anzuschauen. Zwei Mal mit dem Bus umsteigen und einen kleinen Fußweg wollten wir auf uns nehmen, allerdings fiel ein ganzer Teils des Fußmarschs weg, da es in Strömen regnete und ich ohne große Worte das nächste Taxi heranwunk. Das war ja noch so viel zu laufen... Kaum angekommen wurde die Süße an der Museumskasse bequatscht und der Studentenrabatt galt nicht nur für Pamela, sondern auch für mich. So watschelten wir mit wasserschrumpeligen Füßen und triefnass in diesem riesigen und modernen Museum. Kaum zwei Bilder betrachtet, merken wir, dass aus der Decke Wasser tropft, wobei das noch untertrieben ist. Wir mussten diesen Teil des Museums verlassen. Weitere zwei Bilder mehr und es kamen gleich drei Museumsmenschen, die uns baten zu gehen, da dass Museum schließen müsse. Ich musste etwas lachen, da ich gerade mal zehn Minuten im Gebäude war. Für uns hieß das: Zurück in den Platzregen, der seit mehr als einer Stunde nicht aufhören wollte. Vor dem Gebäude wurden wir noch von einer merkwürdigen Frau angeschnackt oder auch zugeschnackt. Diese Frau fing auf einmal ohne Grund und Vorgeschichte an mit mir zu sprechen. Sie hat einfach nicht aufgehört in ihrem Fluss von Wörtern und hat sich richtig hochgebauscht in ihrem Gespräch. Fragt nicht, ich verstehe es auch nicht. Mal sprach sie vom Ausgehen hier in Buenos Aires, in welche boliche (Disko) wir gehen sollten und im nächsten Moment, dass ihr Bruder in Harvard studiert hat. Und dann auf einmal die Frage, welches Sternzeichen wir doch sind. Aber alles und noch mehr ohne eine einzige Pause! Buenos Aires te mata!

Auf dem Weg zu der Parada, also der Bushaltestelle, überkam mich ein unglaubliches Glücksgefühl: Es regnete immernoch wie aus Eimern, aber es war warmer Sommerregen und der Asphalt war ebenfalls noch erwärmt vom Tag. Es war schon dunkel und der Feierabendverkehr sauste an einem vorbei und die ganzen Lichter machten alles noch viel wärmer. Wir hatten die Schuhe bereits ausgezogen und liefen barfuß den Fußgängerweg im Bezirk Recoleta. Wir hatten keine Eile, nass waren wir eh schon. Aber es war einer der Momente, in denen ich merke, dass ich in Buenos Aires bin.
Unser Busfahrer hatte auf dem Heimweg mit vieeel Verkehr und Chaos zu kämpfen: Die Straßen und viele Autos sind im zusammengestauten Regenwasser untergegangen und ganze Flüsse bildeten sich. Überall waren Polizisten, die etwas Ordnung in das Verkehrschaos bringen wollten und das auf diesen Hyperstraßen! Bei starkem Regenfall laufen hier oft die Kanalisationen über und alles läuft langsamer. Die Arbeit beginnt später, vieles fällt aus, auch wenn es nicht vom Regen beeinflusst wird und die ganze Atmosphäre ist anders. Viele Kinder kommen dann auch nicht in den Kindergarten, da der Weg es nichtzulässt.
Zuhause wurde erstmal heiß geduscht und ich habe zum ersten mal wieder seit langen ein Kältegfühl gehabt, da in den letzten Wochen nur geschwitzt wurde. Ein schönes gemeinsames Essen, ein bisschen Fiaca http://dict.leo.org/Spanisch-Deutsch/fiaca.html und eine letzte Kakerlake, die mit meinem Schuh platt gemacht wurde. Ein schöner Tag geht zu Ende.

Abrazos,

Elmas

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